Antworten auf allgemeine Fragen
Wie gesund ist Brot?
Die verschiedenen Getreidearten und damit auch das daraus gebackene Brot
enthalten wichtige Mineralstoffe, Spurenenlemente und Vitamine sowie viele
Ballaststoffe und Kohlenhydrate.
Brot enthält verschiedene B-Vitamine, Vitamin E, Kalzium, Magnesium, Selen
und Spurenelemente wie Zink, Eisen, Kupfer und Mangan.
Vitamine der B-Gruppe sorgen für schöne Haare und schöne Haut: Biotin kurbelt
den Stoffwechsel an und versorgt die Haut mit Aufbaustoffen. Schon vier Scheiben
Brot decken zwanzig Prozent des Tagesbedarfs an Biotin, mehr als ein Viertel der
empfohlenen Zufuhr an Pantothensäure und fast vierzig Prozent der Niacinzufuhr.
Besonders Vollkornbrote aus Roggen gehören zu den Vitamin-E-reichen
Lebensmitteln. In zwei Scheiben á fünfzig Gramm sind schon zehn Prozent der
empfohlenen Zufuhr enthalten. Vitamin E neutralisiert zellschädigende
Stoffwechsel-Produkte und beugt damit den Alterungsprozessen des Körpers
vor.
Was geschieht mit den Nährstoffen beim Mahlen?
Die Nährstoffe des Getreides bleiben beim Mahlen des Mehls erhalten. Wer Wert
auf eine besonders ballaststoffreiche Ernährung legt, sollte Vollkornmehl und
Vollkornschrot den Typenmehlen vorziehen, da Vollkornmehle und Vollkornschrote
auch noch den ganzen Keimling sowie die Schalenbestandteile enthalten. Je
geringer die Typenzahl des Mehles, desto weniger Mineralstoffe und Ballaststoffe
enthält es. Dabei spielt die Feinheit des Mehles keine Rolle. Weizenmehl der
Type 550 enthält auf 100 Gramm zwischen 0,51 und 0,63 Gramm Mineralstoffe und
weniger Ballaststoffe als ein Mehl mit einer höheren Typenzahl. Roggenmehl der
Type 1740 hat einen Mineralstoffgehalt zwischen 1,61 Gramm und 1,8 Gramm pro 100
Gramm Mehl sowie viele Ballaststoffe, die die Verdauung
anregen.
Wie wird Brot gebacken?
Freigeschoben - ist ein Brot, das fertig geformt in den Ofen geschoben wird
und dort rundherum eine aromatische Kruste entwickelt. Angeschoben - die in
den Ofen geschobenen Teiglinge berühren sich an mindestens einer Seite. Dadurch
ist der Krustenanteil geringer und der Geschmack wird etwas milder.
Kastenbrot wird in speziellen Brotformen gebacken. Gerne werden diese
Kastenformen bei Broten verwendet, die in Körnern oder Saaten gerollt wurden.
Dampfkammerbrot - Pumpernickel ist ein typisches Dampfkammerbrot. Es wird in
einer Dampfbackkammer mindestens 16 Stunden bei relativ niedrigen Temperaturen
gebacken. Durch das Backen des Brotes in einer geschlossenen Backkammer, das
eher an einen Kochvorgang erinnert, erhält das Brot eine dunkle Färbung, aber
keine Kruste.
Welche Zusatzstoffe dürfen hinein?
Zusatzstoffe sind Substanzen, die vorrangig aus technischen Gründen zum
Herstellen von Lebensmitteln verwendet werden. Diese Stoffe haben normalerweise
keinen Nähr- oder Genusswert. Zusatzstoffe können aus pflanzlichen oder
tierischen Substanzen gewonnen werden. (z. B. Lecithin aus Ei oder Soja) oder
chemisch hergestellt werden. Theoretisch können den Broten in Deutschland
lebensmittelrechtlich etwa 50 verschiedene Zusatzstoffe zugesetzt werden.
Tatsächlich werden aber höchstens 20 Zusatzstoffe im gesamten Brot- und
Brötchensortiment verwendet, allerdings in vielen Brotsorten überhaupt nicht,
sondern einzelne der Zusatzstoffe vorzugsweise in Kleingebäcken. Es gilt die
Devise: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Im Brot können folgende - unbedenkliche - Zusatzstoffe mit verwendet
werden:
- Emulgatoren wie Lecithin, Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren
- Mehlbehandlungsmittel: Ascorbinsäure (Vitamin C)
- Konservierungsstoff für Schnittbrot: Sorbinsäure
- Säureregulatoren: Natriumdiacetat
- Frischhaltemittel: Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl
- Teigsäuerungsmittel: Citronensäure, Milchsäure
Viele handwerklich arbeitende Betriebe benötigen bei der Herstellung von Brot
keine Zusatzstoffe.
Warum ist Schwarzbrot schwarz?
Wer heute Schwarzbrot sagt, meint meistens Roggenvollkornbort. Roggenmehl ist
dunkler als Weizenmehl und gibt dem Brot eine dunklere Farbe. Wird Malz
hinzugefügt, bekommt das im Innern eigentlich graue Brot einen etwas bräunlichen
Farbton. Das Pumpernickel erhält seine ausgeprägte schwarze Farbe durch die
Maillard-Reaktion. Beim langen Backen/Garen reagieren Stärke und Eiweiß
miteinander und färben das Brot dunkel.
Sind dunkle Brötchen aus Vollkornmehl gemacht?
Ein dunkles Brötchen enthält meistens Roggenmehl, welches dunkler ist als
Weizenmehl. Das verwendete Mehl kann, muss aber kein Vollkornmehl
sein.
Woran erkenne ich gutes Brot?
Gutes Brot kann man erkennen an einem ausgeprägten Aroma und seinem leckeren
Geschmack, an seiner frischen und röschen Kruste, an einer saftigen Krume und an
der langen Frischhaltung bei richtiger Lagerung.
Ist Bio-Brot besser als anderes Brot?
Pauschal lässt sich diese Frage sicher nicht beantworten. Alljährlich
werden von der Deutschen-Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) Brotprüfungen
durchgeführt. Als Beispiel haben wir hier Beurteilungen vom 43.
DLG-Qualitätswettbewerb für Backwaren und Getreidenährmittel (November 2001)
eingefügt. Wie in der Tabelle ersichtlich, kann eine überzeugende, positive
Aussage dafür, dass Bio-Brote besser sind, nicht gemacht werden. Die Ergebnisse
der Qualitätswettbewerbe unterliegen naturgemäß einigen Schwankungen. In den
folgenden Jahren wurde wohl aus diesem Grund auf eine besondere Bewertung von
Bio-Broten verzichtet. Nach Aussagen der Qualitätsprüfer des
zentralverbandes halten sich Bio-Brote und konventionell hergestellte Brote in
der Qualität in etwa die Waage. Beim DLG-Qualitätswettbewerb 2001
festgestellte Fehler/Mängel bei konventionellen Broten und bei Bio-Brote:
|
Produktmerkmale |
konventionelle Brote |
Bio-Brote |
|
Form/Aussehen |
55 % |
65 % |
|
Oberflächen-Krusteneigenschaften |
30 % |
25 % |
|
Lockerung/Krumenbild |
40 % |
45 % |
|
Struktur/Elastizität |
20 % |
15 % |
|
Geruch und Geschmack |
65 % |
75 % |
Quelle: Getreide Mehl und Brot 56 (2002) 3
Und wo bekommt man gutes Brot?
Grundsätzlich gilt - Geschmäcker sind verschieden und so wird jeder die
Handwerks-Bäckerei seiner Wahl mit seinem Lieblingsbroten haben. Doch für alle
Brote gilt: Ein gutes Brot sollte frisch sein, intensiv duften und je nach
Brottyp eine rösche (knusprige) Kruste und eine saftige, lockere Krume haben.
Wer genau wissen möchte, was im Brot ist, kann die Fachverkäuferinnen fragen
und/oder sich die Produktinformationen im Geschäft zeigen
lassen.
Wie gut sind das Brot und die Brötchen, die in Supermärkten und Tankstellen fertig gebacken werden?
Wie gut das in Supermärkten und an Tankstellen fertiggebackene Brot ist,
können wir als Innung nicht beurteilen. Wollte man einen Vergleich ziehen,
könnte man sagen: Der Unterschied zwischen aufgebackenen Backwaren und frischen
Backwaren vom Handwerksbetrieb ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen
Fertiggerichten und frisch gekochten Speisen eines gelernten Kochs. Der
Verbraucher muss selbst entscheiden, ob ihm diese Backwaren
schmecken.
Ist die dunkle Kruste beim Brot ungesund? (Acrylamid)
Insgesamt weist frisches Brot nur sehr geringe Acrylamidwerte auf. Wie
sich Acrylamid bildet, ist noch nicht abschließend geklärt (Stellungnahme des
Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom 19. März 2004). Sicher ist, dass
mit zunehmender Dunkelfärbung der Kruste (bei verbrannter Kruste oder in
verbrannten Böden) die messbaren Acrylamidgehalte ansteigen. Andererseits
sind gerade in der Kruste sehr wertvolle Bestandteile mit gesundheitsfördernder
Wirkung nachgewiesen.
Warum sind Brot und Brötchen in Ballungsgebieten so teuer geworden?
Die bundesweiten Auswertungen des statistischen Bundesamtes zeigen, dass Brot
und Brötchen in den letzten Jahren etwa 2 bis 3 Prozent teurer geworden sind.
Preissteigerungen, die im Vergleich zu den Preissteigerungen vieler anderer
Dinge des täglichen Bedarfs recht moderat sind. Eventuelle Preissteigerungen
sind zurückzuführen auf gestiegene Energie- und Personalkosten sowie steigende
Mieten in Ballungsgebieten. Die Preise für Dieselkraftstoffe sind im letzten
Jahr um 16,6 % angestiegen. Die Strompreise sind über 10 % angestiegen in den
letzten 12 Monaten. Für den Erdgasmarkt ist für das Jahr 2005 mit einer weiteren
Kostensteigerung von ca. 10 % zu rechnen. Ungleich höher fiel die
Preissteigerung für Heizöl aus, hier ist eine Steigerung von ca. 29 % innerhalb
des letzten Jahres eingetreten.
Wie hält man Brot und Brötchen zu Hause schön knusprig?
Weizenbrötchen schmecken am besten frisch. Für den nächsten Tag werden sie am
besten in einem Plastikbeutel bei Zimmertemperatur aufbewahrt und kurz vor dem
Essen im Ofen oder auf dem Toaster noch einmal aufgebacken. Weizenbrot hält etwa
2 Tage, Vollkornbrot kann bis zu einer Woche aufbewahrt werden. Idealerweise in
einem Keramik-Topf, der die im Brot enthaltene Feuchtigkeit aufnimmt und
sukzessive wieder an das Brot abgibt. Im Kühlschrank wird Brot besonders schnell
altbacken (trocken und geschmacksarm).
Wird in Deutschland (gemeint: in den hiesigen Läden) Brot aus genmanipuliertem Getreide verkauft?
Nein. Unsere Kunden können sicher sein, dass die Backwaren unserer
Mitgliedsbetriebe aus herkömmlichem Brotgetreide hergestellt werden. Die
Lieferanten unserer Betriebe müssten gentechnisch veränderte Mehlsorten aus
Brotgetreide aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung besonders kennzeichnen.
Solche Produkte werden in unserem Bäckerhandwerk nicht
angeboten.
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